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In Gott geborgen

Ein Adler scheucht seine Jungen aus dem Nest, damit sie fliegen lernen. Doch wachsam schwebt er über ihnen, und wenn eines müde wird und fällt, dann breitet er die Flügel unter ihm aus, fängt es auf und trägt es fort. Genauso führt der Herr sein Volk.

Bibel-Icon5. Mose 32, 11-12

Mit 16 Jahren versuchte ich, auf eigenen Beinen zu stehen. Ich fand eine Stelle als Au-pair-Mädchen in einer Großstadt. Es gab viel Neues zu sehen und zu bestaunen, aber es fehlte mir auch vieles, was mir vertraut gewesen war. Ich hatte oft großes Heimweh, doch mit der Zeit gewöhnte ich mich an mein neues Leben. In einem Gottesdienst hörte ich eine Predigt über obigen Mose-Text. Ich war sehr traurig, denn ich sehnte mich nach meinem Nest, aus dem ich nicht verscheucht worden war. Es war meine ureigenste Entscheidung gewesen, fortzugehen. Der Vers 12 ließ mich aufatmen. Geborgenheit und Frieden erfüllten mein Herz. Ich lebte mich sehr gut in der Stadt und in der Gemeinde ein und denke gerne an diese Zeit zurück.

Zu einer Jungfreundefeier wählte ich diese Texte für meine Andacht. Ich bat einen Künstler, mir für diese Andacht zwei Bilder zu malen. Eines mit einem schwebenden Adler und das andere, auf dem der Adler sein Junges mit seinen ausgebreiteten Schwingen auffängt. Ich war etwas enttäuscht, als ich die Bilder sah, denn der Maler hatte das zweite Bild nicht nach meiner Vorstellung gemalt. Der Adler sollte das Junge weiter oben auffangen, aber mein Bild zeigt den Adler, wie er in letzter Sekunde sein Junges noch mit seinen Füßen auffängt, bevor es auf den Boden aufschlägt.

Je mehr ich das Bild betrachtete, umso mehr erkannte ich mich als Küken in Gottes Hand, in letzter Sekunde gerettet. Ganz sicher werden wir von Gottes gnädiger Vaterhand aufgefangen, einmal weiter oben, einmal weiter unten.

Als ich diese Bilder malen ließ, war mein Fallen ein einziges Trudeln. Ich sah keine Hilfe auf mich zukommen. Doch irgendwann durfte ich in Gottes weichen Vaterhänden landen, nur eine Handbreit über dem Boden. Er fing mich auf.

Wir brauchen keine Angst zu haben, denn Gott, unser Vater, steht zu seinem Wort. Denn genauso hat der Herr sein Volk - dich und mich - beschützt und aufgefangen.

Katharina Heise
© TOP LIFE - Wegweiser Verlag GmbH - mit freundlicher Genehmigung